Klassisch haben wir von Stuttgart den TGV genommen. Für die Ruckfahrt hatten wir einen ICE gewählt, da es uns einfach zeitlich besser gepasst hat. Von Stuttgart bzw. von ganz Deutschland aus wird immer der Ost- oder Nordbahnhof in Paris angefahren. So sind wir nach der Ankunft ein wenig nah dem Ostbahnhof rumgelaufen, und haben einen Kaffee getrunken. Dann haben wir uns am Bahnhof Wochentickets für den öffentlichen Verkehr in Paris besorgt. Diese Tickets gelten blöderweise immer nur von Montag bis Sonntag. D.h. am Mittwoch angekommen, konnten wir Tickets dennoch nur bis Sonntag nutzen. Und für die Tage danach haben wir uns nach Bedarf noch Einzeltickets gekauft. Die Internetseiten über den Pariser ÖPNV sagen, man braucht ein Passbild für das Wochenticket. Also haben wir schnell an einem Automaten welche gemacht. Bei der Ausstellung am Schalter drückte man uns lediglich die Rohlinge in die Hand, um das Einkleben der Bilder selbst vorzunehmen. Ob man dann was aufklebt ist völlig irrelevant, den an den Stationen wird ja nur das Ticket gescannt, niemals schaut jemand auf das Bild. War saso total unnötig extra Bilder dafür zu machen.
Vom Ostbahnhof war es nur wenige Stationen mit der Metro und ein Stück laufen bis zu unserem Airbnb. Wie wir wussten, war die kleine Wohnung im 6. Stock eines Gebäudes ohne Aufzug. Von einer solchen Situation liest man oft in den Anzeigen. Und dieses Airbnb war nur als Zimmer angegeben. D.h. wir hatten auch nur einen kleinen Raum, plus ein kleines Bad. Der Raum war quasi komplett gefühlt mit der Schlafcouch, der Küchenzeile mit zwei Stühlen und einem Kleiderschrank. Also schon etwas beengt, aber die zentrumsnahe Lage und der Preis war in dem Fall ausschlaggebend. Wie üblich sind wir nach dem Einchecken erstmal Einkaufen gegangen. Danach haben wir gleich das Ticket für Bus und Bahn genutzt und sind rumgefahren. Interessanterweise hat es uns direkt zu wesentlichen Sehenswürdigkeiten geführt. So sind wir auf der Champs Elyse gelandet und sind diese entlang gelaufen bis zum Arc de Triumph. Von dort aus sind wir mit dem Bus weiter in die Nähe des Eifelturms gefahren, als Abschluss des ersten Tages.
Am zweiten Tag sind wir auf den Montmartre gegangen, auf dem die Basilika Sacré-Coeur steht. Wie bereits beim Arc de Triumph und Eifelturm ist auch bei der Kirche nicht drin, mal eben rein zu schauen. Die Warteschlangen sind enorm lang. Und ggf. ist es noch nötig ein Ticket vorab zu buchen. Aber zumindest kann man auf dem Berg eine schöne Aussicht über Paris genießen. Weiter sind wir dort über einen Künstler Markt gelaufen. Hier haben eine Menge Künstler Bilder gemalt. Und viele Leute, darunter Kinder, haben ein Portrait von sich machen lassen. Nachdem wir dann wieder runter gelaufen sind haben wir etwas zum Kaffee trinken gesucht. Dabei haben wir einen interessanten Laden gefunden. Eine Kombination aus Bio-Lebensmittelgeschäft, Fleischerei und Kaffee. Man konnte also einkaufen und auch draußen sitzen zum Essen und Trinken.
Am Abend hatten wir Lust auszugehen. Ilka hat nach Locations gesucht in den lt. Google bzw. einer Pariser Internetseite Rockmusik gespielt wird. Es standen dann drei Dinge zur Wahl, falls es uns irgendwo nicht gefallen sollte. Direkt bei der ersten Location wurden wir enttäuscht, da an dem Abend eine Salsa Veranstaltung stattfand. So sind wir weiter zur nächsten Location, die allerdings geschlossen war. Ob nur an diesem Tag oder dauerhaft war nicht ersichtlich. Und an dem Ort des dritten Ladens war gar nichts zu finden. Irgendwie nicht unser Abend dachten wir und waren schon auf dem Rückweg, als wir dann zufällig an einer Kneipe bzw. Club vorbeikamen, in der brauchbare Musik lief. Zwar war nicht viel los, und der DJ war eher unprofessionell, aber war auch alles egal für einen Donnerstagabend.
Für den dritten Tag haben wir uns zunächst den Besuch des Museums von Rodin ausgesucht. Dort sind im Wesentlichen Skulpturen des Künstlers Auguste Rodin ausgestellt. Meist sind dies Staturen von Menschen oder Tieren, zum Teil nur Köpfe. Am imposantesten fand ich das Höllentor, ein Tor das viele Figuren enthält, die teilweise auch als Einzelkunstwerke zu sehen sind. Danach bin ich noch an der Seine entlanggelaufen. Bis ich einen seitlichen Kanal entdeckte, der in die Richtung zurück zur Unterkunft führte. Wie sich zeigte, wird dieser Kanal als Parkplatz für Boote genutzt. D.h. entlang des ganzen Kanals lagen beidseitig und teilweise in mehreren Reihen kleine bis mittelgroße Boote. Der Kanal führte bis zum Place de la Bastille, von dort bin ich mit U-Bahn und zu Fuß schnell wieder bei der Unterkunft gewesen. Das Zentrum von Paris ist gar nicht so riesig, wie ich vorher dachte.
Am nächsten Tag – welcher auch Ilkas Geburtstag war – sind wir zur Kathedrale Notre-Dame gegangen. Wie zu erwarten, war auch dort die Schlange am Eingang lang. Der Eintritt ist dort tatsächlich frei. Dennoch kann man Tickets buchen und dann zu einem separaten Eingang gehen. Da aber gerade Ostern war, gab es diese Möglichkeit nicht. Zum Glück ging es in der Schlange relativ schnell voran, so dass wir nach einer halben Stunde drin waren. Die Kathedrale ist meiner Meinung nach im Inneren eher schlicht gehalten. Die Decken und Säulen sind meist glatt, dann gibt es viele Kapellen, in denen Gemälde hängen und die Fenster aus Mosaiken bestehen, und der Altar ist eigentlich unspektakulär. Für die Schatzkammer wird ein Eintritt verlangt. Am Abend haben wir eine Location besucht, bei der wir sicher waren, dass ein Konzert stattfindet. Es haben zwei Bands gespielt. Die erste in die Richtung Metalcore und die zweite Alternative. Das zweite Konzert war sehr abrupt zu Ende, und man wurde direkt gebeten den Raum zu verlassen. Der Abend ging zunächst in der eigentlichen Kneipe weiter. Und irgendwo war zu lesen, dass es später als Club weiterläuft. Wir sind aber nicht allzu lange geblieben.
Der fünfte Tag war wie ein Wandertag. Wir sind also mehr ungeplant viel gelaufen. Zunächst bin ich morgens etwas allein durch das Viertel gelaufen, in dem wir wohnten. Im Prinzip einfach durch die Straßen, bis zum Place de la République und wieder zurück. Später sind wir dann erst mit dem Bus zum Bahnhof Gare de Lyon gefahren und von dort sind wir weiter zu einem interessanten Ort namens „Ground Control“ gelaufen. Es besteht aus einem Innen- und Außenbereich, wo es hauptsächlich ausgefallenes Essen geben soll. Allerdings empfanden wir das Angebot eher als normal. Also die Halle und der Außenbereich ist schön gestaltet. Aber wegen des Essens hat sich der Besuch nicht gelohnt. Auf dem Rückweg sind wir direkt vor dem Grond Control auf den Parkwanderweg „Coulée verte René-Dumont“ gestoßen, der sich über insgesamt 4,5 km durch Paris zieht. Wir sind zumindest einen Kilometer entlang des schönen Wegs gelaufen, zurück bis zu dessen Anfang.
Auch am sechsten Tag sind wir wieder viel gelaufen. Als erstes war unser Zeil das Einkaufzentrum „Centre Georges Pompidou“, welches wir auch gerne von innen gesehen hätten. Nur ging es am Eingang so langsam voran, dass wir nicht so viel Zeit mit Warten verbringen wollten. Wir haben uns in der Nähe noch den Strawinski-Brunnen (von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely) angesehen und haben kurz eine Kirche besichtigt. Dadurch, dass dort ein Bild von Papst Franziskus aufgestellt war, haben wir von seinem Tod erfahren. Dann sind wir mit dem Bus zum Place d‘italie gefahren und haben uns dort etwas die Gegend angeschaut. An einem Einkaufszentrum war außen IKEA angeschrieben, aber leider war der noch nicht eröffnet. Sonst hätten wir im Restaurant was Essen und Trinken können.
Am siebten und quasi Letzen Tag in Paris haben wir uns nur noch vorgenommen das Hochhaus „Tour Montparnasse“ zu besuchen. Von der Aussichtsplattform im 56 Stockwerk des Gebäudes hat man einen tollen Blick über die Stadt. Aber ausgerechnet an diesen Tag war das Gebäude geschlossen. Einen Grund dafür haben wir nicht herausgefunden. Leider konnten wir nun nicht mehr an einem anderen Tag wiederkommen. Schade natürlich, aber andererseits können wir uns den Besuch dieser Attraktion für den nächsten Urlaub in Paris aufheben. Am Abend haben wir uns für die Abreise vorbreitet und die Unterkunft sauber gemacht. Und so bestand der achte Tag unseres Urlaubs nur noch aus Frühstücken und der Rückreise nach Stuttgart.




